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Bericht vom 13.09.2015

Die Unternehmerfrauen im Handwerk unterwegs

von Renate Dibbern - 06.10.2015

Städtetour nach Nürnberg - wir besuchen Faber-Castell

Warum nicht mal eine Städtetour machen? Es sprach nichts dagegen aber vieles dafür und so erfolgte unsere erste gemeinsame Reise vom 11. bis 13. September 2015 in die lebendige zweitgrößte Stadt Bayerns, die da heißt Nürnberg.

Nach einer kurzweiligen Fahrt mit dem ICE bezogen wir unsere Zimmer im zentral gelegenen Hotel Maritim und los ging es auf einen Erkundungsgang in die mittelalterlich geprägte Altstadt. Schnell fanden wir den Nürnberger Altstadthof, wo uns eine Bierprobe kredenzt wurde. Serviert wurden ein Helles, ein Dunkles und ein Bierbrandt. Wir fanden es ausgesprochen süffig, waren aber sehr dankbar für die deftige Brotzeit, die dazu gereicht wurde. Anschließen erhielten wir eine Führung durch die historischen Felsengänge im unterirdischen Nürnberg, ein faszinierendes Labyrinth aus einer Vielzahl von Gewölben und Gängen, die vor Jahrhunderten in den Fels geschlagen wurden. Diese Felsenkelleranlage diente über Jahrhunderte zur Gärung und Reifung des bayrischen Nationalgetränks Bier.

Wir bummelten weiter durch die gut besuchte Altstadt. An diesem Wochenende erfüllte der Trempelmarkt die Innenstadt bis 24:00 Uhr mit Leben: Hierbei handelt es sich um einen Flohmarkt mit viel Livemusik, wir genossen das lockere bunte Treiben und fanden ein zauberhaftes Lokal für einen Absacker.

Am Samstag Morgen besuchten wir den Handwerkerhof an der Burgmauer und bestaunten diverse Erzeugnisse u. a. handgefertigte Ledertaschen, originell getöpferte Gegenstände, schöner Schmuck und diverse kreative Kleidungsstücke.

Eine Stadtführung gehörte unbedingt dazu und Frau Zimmermann von der Touristeninformation schaffte es dann trotz des wieder gut besuchten Trempelmarkts kleine ruhige Orte zu finden, an denen wir von ihr viel Wissenswertes über die Geschichte Nürnbergs erfuhren.

Nach soviel geistiger Nahrung meldete sich der Hunger und wir landeten in einem typischen ritterlich geprägten Gasthof. Selbstverständlich gab es Nürnberger Würstchen mit Kraut oder Wurstsalat, wenn man schon in Nürnberg ist, muss man diese Spezialitäten kosten und dazu gehört natürlich wieder ein Ober- oder Untergäriges Bier.

Gestärkt machten wir uns dann auf den Weg, die hochgelegene Kaiserburg zu erkunden. Für eine Führung waren wir hier leider zu spät, aber ermutigt durch die aufmunternden Worte des Ticketverkäufers erklommen wir auch noch den Turm und wurden mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt. Und zu Guter letzt bummelten wir am Burggraben entlang. Hier fand ein mittelalterliches Fest mit Rittern, Gauklern, Tanz und Musik statt.

Eigentlich wollten wir dann für eine kurze Pause vor dem Essen zunächst ins Hotel, aber auf dem Rückweg sind wir unterhalb der Burg am Albrecht-Dürer-Haus “hängengeblieben“; ein lauer Sommerabend mit viel Flair und lockerem Treiben lud einfach zum Verweilen ein. Unter uns hatten wir zwei Experten des GPS- Spiels „Geocaching“ und laut deren Informationen gab es in der Innenstadt einen Schatz zu finden. Trotz aller möglichen Deutungen der Hinweise waren wir an diesem Abend nicht erfolgreich. Auch gesellten sich irgendwann mehrere junge Leute um uns herum, und die Experten unter uns vermuteten, dass diese auch den Schatz suchen würden; am besten wären wir beraten, wenn wir weggingen und schauten, ob die den Schatz fänden. Auch im Nachhinein muss ich noch schmunzeln, wenn ich mir das Bild von uns vorstelle, wir Frauen gebückt hinter einem Haus stehend, um die Ecke spähend und die jungen Leute auf dem Platz beobachtend. Leider verließ uns die Geduld und wir blieben an diesem Abend erfolglos. Aber am nächsten Tag hatten wir den Geistesblitz und fanden das verborgene Logbuch, genau an der Stelle an der wir es vermutet hatten.

Was anfangs eigentlich mehr als Scherz geplant war, entpuppte sich dann als besinnlicher Abschluss dieser Reise. Wir besuchten den Gottesdienst in der St. Lorenz Kirche. Der Pastor wies mit eindringlichen Worten auf die Lage der Menschen in Notstandsgebieten hin, wir erfuhren dass an diesem Wochenende 10.000 Flüchtlinge in München angekommen waren. Das gab Anlass zum Nachdenken, was für große Herausforderungen stehen uns allen bevor, und war zeitweise auch Gesprächsgrundlage auf der Rückfahrt.

Für alle Reiseteilnehmer stand fest: „Es war eine herrliche Fahrt!“ Begrüßenswert war, dass sie nicht von vorneherein komplett durchgeplant war. Es gab Programmeckpunkte und es gab viel Raum für spontane Entscheidungen.

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