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Bericht vom 05.02.2015

Handwerk umwirbt Nachwuchs

von Bernhard Komesker - 05.02.2015

Früh übt sich, wer ein Meister werden will, heißt es bereits im Schiller-Drama von Wilhelm Tell. Der niedersächsische Landesverband der Unternehmerfrauen im Handwerk hat die Losung zum Titel eines neuen Kindergartenprojekts gemacht.

Den Anfang machte jetzt die städtische Einrichtung an der Malletstraße.

Die Fünf- und Sechsjährigen aus dem Kindergarten Malletstraße in Osterholz Scharmbeck haben jetzt eine Urkunde für kleine Handwerksexperten erhalten. 16 Mädchen und Jungen hatten einem Vortrag über handwerkliche Berufe gelauscht. Dazu wurde ihnen die Geschichte von Tom und Julia vorgelesen, die mit dem Handwerk tagtäglich mehr in Berührung kommen, als man glauben mag.

Im Rahmen des Projekts „Früh übt sich…!“ des Landesverbands der Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH) hatte Yvonne Behrens den Kindergarten Malletstraße aufgesucht. Das Projekt sei ins Leben gerufen worden, um bereits den ganz Kleinen das Handwerk nahezubringen, erklärte sie. Gemeinsam mit den Kindergärten vor Ort solle den Jüngsten im Bereich ihrer eigenen Erlebniswelt eine möglichst große Bandbreite handwerklichen Arbeitens vorgestellt werden.

Behrens, Kassenwartin der UFH Osterholz-Scharmbeck, sieht darin eine Investition in die Zukunft: „Der Fachkräftemangel und der Rückgang von Auszubildenden in unseren Berufen haben zu der Idee geführt, bereits im Kindergarten einen Grundstein zu legen und die Kinder spielerisch an das Handwerk heranzuführen.“

Mit einer blauen Tasche unter dem Arm, auf der die Aufschrift „ Früh übt sich…!“ zu sehen ist, und diversen Utensilien ging Behrens mit den Schulanfängern des kommenden Jahrgangs in den „Regenbogenraum“, wo sie den Kindern in gemütlicher Atmosphäre ihre mitgebrachten Gegenstände präsentierte: Dachziegel, Holz, Mehl, ein Wasserhahn, Schuhe, eine Flöte, Würstchen und vieles mehr.

„Wer braucht denn zum Beispiel einen Dachziegel?“, fragte Behrens. „Der Pfannenleger“, antwortete Petje. „Und wer macht ein Auto heil?“ „Der Schrauber“, wusste Hannes. Es kamen spannende Bezeichnungen über die einzelnen Berufe zusammen. Einfacher waren da schon das Nudelholz für den Bäcker und der Pinsel für den Maler. Der Stuckateur, der Schlachter und der Blasinstrumentenbauer erwiesen sich indes als große Herausforderung.

Anschließend wurde ein Fingerspiel wurde ausprobiert, in dem jeder Finger zuständig für ein Gewerk ist. Es kam bei den Kindern gut an, die nun bestens gerüstet waren für die folgende Geschichte über Tom und Julia; die beiden begegnen auf ihrem Weg zur Schule und in den Kindergarten etlichen Handwerkern. Sogar in Julias Schule, die gerade renoviert wird, finden sich ganz viele Handwerksberufe.

Nach 45 Minuten ist die Projekteinheit zu Ende. Die Kinder haben so einiges über das Handwerk erfahren und: „Sie haben ganz toll mitgemacht und gut zugehört, freute sich Yvonne Behrens. Ihre blaue Tasche wird nun noch eine Weile im Kindergarten bleiben. Darin finden sich einige Pixi-Bücher zu verschiedenen handwerklichen Berufen und ein altersgerechtes Memoryspiel. Da der Kindergarten momentan das Thema „Berufe“ mit den Kindern behandelt, hat der Besuch der UFH-Mitglieds hervorragend gepasst. Die 16 teilnehmenden Mädchen und Jungen erhalten zum Schluss eine Urkunde, denn schließlich sind nun alle kleine Handwerksexperten.

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